Ein Städtetrip in Italien bedeutet meistens: Rom, Florenz oder vielleicht Mailand. Dieses Mal ging es für mich aber auf eine etwas andere Route durch drei Städte in Norditalien, von denen ich vorher ehrlich gesagt kaum etwas wusste: Bergamo, Peschiera del Garda und Palmanova.
Was sie verbindet? Sie gehören zu den sogenannten venezianischen Festungsstädten, einem Netzwerk historischer Verteidigungsanlagen, das heute zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.
In nur drei Tagen habe ich hier nicht nur richtig gutes Essen und eine entspannte Auszeit gefunden, sondern auch Orte entdeckt, die sich ganz anders anfühlen als die klassischen Italien-Hotspots.
Wenn du also nach einer etwas anderen Idee für deinen nächsten Städtetrip in Italien suchst und dich für Kultur und Geschichte interessierst, habe ich hier eine Route zum Nachreisen für dich. Du kannst diese auch super mit einem Besuch in Mailand oder Venedig kombinieren.
Die Reise und dieser Blogbeitrag sind in Zusammenarbeit mit ViralPassport und dem italienischen Tourismusministerium (Ministero del Turismo) entstanden, die dir Italien als Reiseziel näherbringen möchten.
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Inhalt
Bergamo: der perfekte Start für deinen etwas anderen Städtetrip in Italien
Bergamo war für mich die größte Überraschung auf dieser Reise. Die Stadt ist in zwei Teile gegliedert: die moderne Unterstadt (Città Bassa) und die historische Altstadt (Città Alta), die auf einem Hügel liegt und komplett von venezianischen Stadtmauern umgeben ist. Genau diese Mauern prägen die Stadt bis heute. Sie wurden im 16. Jahrhundert von der Republik Venedig gebaut, als Teil eines ausgeklügelten Verteidigungssystems auf dem Festland. Anders als klassische Stadtmauern bestehen sie nicht nur aus einer einfachen Mauer, sondern aus Bastionen, Wällen und strategisch platzierten Toren, die so angelegt wurden, dass Angreifer aus möglichst vielen Winkeln sichtbar waren.
Heute kannst du die Mauern auf einer Länge von über 6 Kilometern erkunden und genau das macht Bergamo so besonders. Statt nur ein historisches Bauwerk zu sein, sind sie ein Ort, den man wirklich erlebt: beim Spazieren, bei einer geführten Tour oder um den Tag mit einem herrlichen Sonnenuntergang ausklingen zu lassen.
Highlights in Bergamo für deinen Städtetrip in Italien
Geführte Stadtführung durch die Città Alta
Erkundung der Altstadt auf eigene Faust
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Castello di San Vigilio
Die Burg ist noch ein Stück oberhalb der Città Alta gelegen und einer der besten Aussichtspunkte über Bergamo. Du kommst entweder zu Fuß oder mit einer kleinen Standseilbahn hinauf.
Funicolare zur Città Alta
Pasta-Workshop
Accademia Carrara & GAMeC
Wenn du Lust auf Kunst hast, lohnt sich ein Besuch der beiden Museen der Stadt. Die Accademia Carrara zeigt eine beeindruckende Sammlung klassischer Werke, während das GAMeC moderne und zeitgenössische Kunst ausstellt. Vor allem für einen etwas regnerischen Nachmittag ein schöner Kontrast zur historischen Altstadt.
Wohin zum Essen in Bergamo
Gut essen kannst du eigentlich überall in Bergamo. Die Küche hier ist herzhaft und etwas rustikaler als in anderen Teilen Italiens. Typisch sind Gerichte mit Polenta, viel Fleisch und natürlich Casoncelli, die lokale Ravioli-Spezialität. Besonders gut gegessen habe ich im Ol Giopì e la Margì, einem kleinen, sehr gemütlichen Restaurant in der Città Alta.
Ich würde dir auf jeden Fall empfehlen, mindestens einmal Casoncelli in Bergamo zu probieren. Besonders gut geht das bei Nonna Alda. In einem kleinen Laden um die Ecke werden die Casoncelli frisch zubereitet, und du kannst dabei zuschauen. Im Restaurant kannst du sie frisch genießen.
Wenn du etwas mehr Auswahl suchst, lohnt sich ein Abstecher zu Da Mimmo oder ins Circolino, das etwas versteckt in einem alten Innenhof liegt.
Wo übernachten in Bergamo?
Peschiera del Garda: entspannter Zwischenstopp für deinen Städtetrip in Italien
Nach Bergamo fühlt sich Peschiera del Garda direkt ganz anders an. Statt Hügel und steinerner Gassen erwarten dich hier Wasser, Boote und eine deutlich ruhigere, fast schon mediterrane Leichtigkeit. Die Stadt liegt am südlichen Ufer des Gardasees, genau dort, wo der See in den Fluss Mincio übergeht. Diese besondere Lage war schon im 16. Jahrhundert strategisch entscheidend und genau deshalb wurde Peschiera von der Republik Venedig zu einer Festung ausgebaut.
Im Gegensatz zu Bergamo entstand hier keine klassische Stadt auf einem Hügel, sondern eine sogenannte Wasserfestung. Die gesamte Altstadt ist von Kanälen umgeben, die gezielt in das Verteidigungssystem integriert wurden. Mauern, Bastionen und Wasserwege greifen hier ineinander und machten es damals besonders schwer, die Stadt anzugreifen.
Heute spürst du davon vor allem eines: eine unglaublich entspannte Atmosphäre. Beim Schlendern durch die Altstadt läufst du über kleine Brücken, vorbei an Booten und Cafés am Wasser und merkst ziemlich schnell, dass hier alles ein bisschen langsamer läuft.
Highlights in Peschiera del Garda für deinen Städtetrip in Italien
Bootstour durch die Kanäle
Spaziergang entlang der Festungsmauern
Die Mauern verlaufen direkt am Wasser und bieten immer wieder schöne Ausblicke auf die Kanäle und den See. Ich empfehle dir hier ebenfalls eine geführte Tour, um die Geschichte der Stadt wirklich zu verstehen. Plane auf jeden Fall etwas Zeit zum Schlendern durch die Altstadt ein: Kleine Gassen, Cafés, Boutiquen und immer wieder schöne Blicke aufs Wasser. Zeit für den ein oder anderen Aperol solltest du dir dabei ebenfalls nehmen.
Weinprobe bei Fraccaroli
Eine richtig schöne Möglichkeit, die Region auch kulinarisch kennenzulernen, ist das familiengeführte Weingut Fraccaroli. Du kannst dich durch verschiedenste Lugana-Weine probieren, die direkt rund um den Gardasee angebaut werden. Besonders schön ist die entspannte Atmosphäre, perfekt für eine kleine Pause zwischen Sightseeing und Weiterreise. Zum Weingut gehört außerdem das Restaurant Agriturismo Sapori in Cantina, in dem du wunderbar zu Mittag essen kannst.
Wohin zum Essen in Peschiera del Garda
In Peschiera del Garda spielt sich vieles direkt am Wasser ab und genau das macht auch das Essen hier so besonders. Entlang der Kanäle und rund um den Hafen findest du viele kleine Bars und Restaurants, in denen du fast immer mit Blick aufs Wasser sitzt. Besonders gut gefallen haben mir Orte wie Dispensa Ufficiali oder Raffilù. Perfekt für einen langen Lunch oder einen Aperitivo am frühen Abend.
Wenn du Lust auf einen Drink und Dinner mit etwas mehr Atmosphäre hast, ist auch das 7 Ponti eine schöne Adresse. Und natürlich darf auch ein Gelato nicht fehlen, hierzu unbedingt bei der Gelateria La Romana dal 1947 anhalten.
Wo übernachten in Peschiera del Garda?
Palmanova: die außergewöhnlichste Station deines Städtetrips in Italien
Palmanova ist wahrscheinlich die ungewöhnlichste der drei Städte. Auf den ersten Blick wirkt sie fast unscheinbar, doch sobald du sie von oben siehst oder dich etwas mit ihrer Struktur beschäftigst, wird klar: Diese Stadt ist kein Zufall.
Palmanova wurde im 16. Jahrhundert von der Republik Venedig als ideale Festungsstadt geplant und gebaut. Anders als gewachsene Städte entstand hier alles nach einem klaren Konzept, und zwar in Form eines perfekten, neunzackigen Sterns.
Dieses Design war nicht nur ästhetisch gedacht, sondern hatte einen ganz konkreten Zweck: Durch die geometrische Anordnung der Mauern, Bastionen und Gräben gab es keine toten Winkel, sodass Angreifer aus verschiedenen Richtungen gleichzeitig beobachtet und verteidigt werden konnten. Vom Zentrum aus führen schnurgerade Straßen nach außen, und genau diese perfekte Symmetrie macht die Stadt irgendwie anders als alles, was man sonst in Italien kennt.
Highlights in Palmanova für deinen Städtetrip in Italien
Piazza Grande entdecken
Das Herz der Stadt und Ausgangspunkt aller Straßen. Von hier bekommst du das beste Gefühl für die perfekte Symmetrie Palmanovas.
Tunnel, Bastionen & Verteidigungsanlagen erkunden
Ein Spaziergang entlang der Festungsmauern darf natürlich nicht fehlen. Gerade im Frühjahr ist das ein besonders schöner Ausflug, da es rund um die Stadt sehr grün ist. Von außen wird die Sternform der Stadt besonders gut sichtbar und hilft die Dimensionen der Anlage zu verstehen. Besonders spannend wird es, wenn du tiefer in die Anlage eintauchst: Viele der unterirdischen Gänge und Befestigungen kannst du heute noch besichtigen.
Geführte Tour oder interaktive City Experience
Wohin zum Essen in Palmanova?
Palmanova ist deutlich ruhiger als Bergamo oder Peschiera. Rund um die Piazza Grande findest du einige kleine Cafés und Restaurants, in denen es weniger um „die eine bekannte Adresse“ geht, sondern eher darum, entspannt einzukehren und den Moment zu genießen.
Für einen lockeren Start in den Tag oder eine kleine Pause zwischendurch lohnt sich die Caffetteria Torinese. Hier bekommst du einfache, aber richtig gute Snacks wie gefüllte Focaccia oder regionale Spezialitäten, zum Beispiel Frico. Hierbei handelt es sich um ein typisches Käsegericht aus der Region, das warm und geschmolzen in kleinen Pfännchen serviert wird. Dazu gibt es süße Kleinigkeiten wie kleine Törtchen.
Wenn du Lust auf eine Erfrischung hast, ist Birra e Basta eine schöne Abwechslung. Hier dreht sich alles um Bier und selbst die Gläser werden passend zu den jeweiligen Sorten ausgewählt.
Für ein entspanntes Dinner ist die Osteria Campana d’Oro eine richtig gute Wahl. Hier wird klassische italienische Küche serviert, mit viel Liebe zum Detail. Besonders die Vorspeisen und die hausgemachte Pasta sind klasse und wenn du noch Platz hast, lohnt sich die Apfeltorte mit Crema Inglese als Abschluss.
Wo übernachten in Palmanova?
Palmanova ist eher ein ruhiger Zwischenstopp als eine klassische Destination für mehrere Tage. Meiner Meinung nach reicht im Grunde auch ein halber Tag aus. Wenn du aber dennoch eine Nacht hier verbringen möchtest, ist das Hotel Ai Dogi eine schöne und sehr zentrale Option.
Etwas persönlicher wird es im Gästehaus Zi Bitta, einer kleinen, familiären Unterkunft mit viel Charme. Wenn du lieber etwas moderner und unabhängiger unterwegs bist, sind die Palmamore Apartments eine gute Wahl. Sie bieten dir etwas mehr Privatsphäre und sind perfekt, wenn du flexibel bleiben möchtest.
Anreise & Fortbewegung für deinen Städtetrip in Italien
Für diesen Städtetrip durch Norditalien gibt es mehrere entspannte Möglichkeiten, je nachdem, wie flexibel du unterwegs sein möchtest.
- Am einfachsten ist die Anreise über Bergamo oder Mailand. Beide Städte sind gut an internationale Flughäfen angebunden und von dort erreichst du Bergamo schnell mit dem Bus oder Zug.
- Wenn du etwas flexibler sein möchtest, lohnt sich ein Mietwagen. Gerade die Strecke zwischen Peschiera und Palmanova ist landschaftlich schön, und du kannst unterwegs noch spontane Stopps einlegen. Vor Ort brauchst du in keiner der Städte ein Auto. Alle drei Orte sind kompakt und lassen sich perfekt zu Fuß erkunden und genau das macht den Reiz dieses Städtetrips in Italien aus.
Beste Reisezeit für deinen Städtetrip in Italien
Die beste Reisezeit für diese Route durch Norditalien ist der Frühling und Herbst. Besonders zwischen März und Mai sowie im September und November sind die Temperaturen angenehm, die Städte nicht zu überlaufen und perfekt für Spaziergänge durch die Altstädte oder entlang der Festungsmauern.
Gerade im Frühling wirkt alles etwas ruhiger und grüner, ideal, um Orte wie Bergamo, Peschiera del Garda und Palmanova entspannt zu erkunden. Im Sommer kann es dagegen sehr heiß und rund um den Gardasee auch sehr voll werden und ich würde dir klar von einem Besuch abraten, da es einfach weniger entspannend ist.
Dieser Städtetrip in Italien hat mir wieder gezeigt, dass es sich lohnt, auch mal die weniger bekannten Orte anzuschauen. Statt der klassischen Route durch die großen Städte ging es dieses Mal durch drei ganz unterschiedliche Orte, die alle ihren eigenen Charakter haben. Was die Reise für mich besonders gemacht hat, war genau diese Mischung aus Geschichte, gutem Essen und entspanntem Entdecken, ohne das Gefühl, von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit hetzen zu müssen. Wenn du also Lust auf eine etwas andere Idee für deinen nächsten Städtetrip in Italien hast, ist diese Route perfekt für ein verlängertes Wochenende.