Einfach morgens aufwachen und in den Tag starten, ohne zu wissen, wo ich am Abend landen werde. Genau so habe ich mir meine 7-tägige Reise durch Portugal mit dem Wohnmobil vorgestellt. Normalerweise laufen meine Roadtrips ehrlich gesagt ganz anders ab: Hotels, Mietwagen, viel Recherche im Voraus und alles vorab gebucht.
Aber Portugal mit dem Wohnmobil sollte anders laufen. Ich wollte spontan anhalten, wo es mir gefällt, wilde Strände entdecken, den Sonnenuntergang direkt am Meer genießen oder Surfern beim Wellenreiten zuschauen.
Natürlich ist die Algarve längst kein Geheimtipp mehr und Vanreisen in Portugal sind auch nicht neu. Deshalb gibt es einige Regeln und Dinge, die du beachten solltest. In diesem Beitrag teile ich meine acht wichtigsten Tipps, die du vor deiner Reise durch Portugal mit dem Wohnmobil wissen solltest: praktische Hinweise und persönliche Erfahrungen, wie du die Algarve entspannt, authentisch und in deinem eigenen Tempo erleben kannst.
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Inhalt
1) Wie und wo mietest du dein Wohnmobil in Portugal?
1 Nacht in Rabat
Für meine Portugal-Reise habe ich mit roadsurfer zusammengearbeitet und das Modell Road House getestet. Für meinen Roadtrip entlang der Algarve hat sich die Abholstation in Faro bestens geeignet. Sie liegt etwa 15 Minuten vom Flughafen entfernt, am einfachsten erreichst du diese mit einem Uber für ca. 10 €.
Die Kosten für das Modell Road House starten bei 89 Euro/Nacht. Im Basispaket enthalten sind: Campingstühle, Wasserkanister, Stromkabel, Nivellierhilfen, unbegrenzte Kilometer, Vollkasko-Versicherung und Support (auf Deutsch oder Englisch). Zusätzlich habe ich Campingkocher, Küchenbox, Bettwäsche und einen zweiten Fahrer gebucht. Besonders wichtig für meinen Wintertrip: die Klimaanlage für warme Tage und die Heizung für kühle Nächte. Glücklicherweise hat beides problemlos auf meinem roadsurfer Campervan Trip funktioniert und ich hatte eine super Erfahrung!
Die Anmietung bei roadsurfer Campervans war super entspannt. Portugal war erst meine dritte Reise mit einem Van und dementsprechend war ein ausführliches Briefing für mich ziemlich wichtig und ich habe den Mitarbeiter mit so ziemlich jeder erdenklichen Frage gelöchert. Über das roadsurfer-Konto hast du zusätzlich eine übersichtliche Checkliste, was bei Anmietung und der Rückgabe und unterwegs zu tun ist: Wie leerst du die Toilette und das Grauwasser, wie installierst du den Tisch oder schaltest das Gas an.
Theoretisch bietet das Road House Platz für vier Personen dank aufklappbarem Dach, aber nach meinem Empfinden ist es perfekt für zwei Personen geeignet. Toilette und Dusche an Bord sind Luxus pur, aber mit vier Personen stelle ich es mir doch etwas eng vor.
- Die roadsurfer-Abholstationen sind sonntags geschlossen. Außerdem musst du deinen Van an der gleichen Station zurückgeben, an den du ihn abgeholt hast. Je nach Land können die Regeln übrigens leicht variieren.
2) Welche Dokumente benötigst du für Portugal mit dem Wohnmobil?
Bevor du deinen Van abholst, lohnt es sich, alle Unterlagen gründlich zu checken. Sonst gibt’s womöglich Stress an der Station, und das ist ja das Letzte, was du willst. Für Portugal solltest du auf jeden Fall folgendes parat haben:
- Führerschein: Natürlich unbedingt prüfen, dass er gültig ist. Manche Länder verlangen für Nicht-EU-Führerscheine einen internationalen Führerschein. Für Portugal war mein österreichischer und der UK-Führerschein des zweiten Fahrers völlig ausreichend.
- Reisepass oder Personalausweis: roadsurfer möchte dein Original beim Pickup sehen und macht ein Foto der Unterlagen des Hauptfahrers.
- Kopien deiner Dokumente: praktisch ist, eine digitale Kopie von Führerschein, Reisepass (und Impfpass) auf dem Handy zu speichern, für den Fall, dass unterwegs mal etwas verloren geht.
- Kreditkarte: für die Kaution brauchst du eine Kredit- oder Debitkarte. Bei mir waren das 800 € für das Road House. Diese wurden mir einige Tage nach Rückgabe automatisch auf mein Kreditkartenkonto erstattet.
- Versicherung: die Basisversicherung ist bei roadsurfer inklusive. Ich habe zusätzlich das Maximum Protection Paket gebucht, einfach für ein ruhiges Gefühl. Rückblickend war das eine gute Entscheidung, weil ich leider mit ein paar kleinen Schäden im Innenraum zurückgekommen bin.
- Reiseversicherung: Vor allem, wenn du aktiv unterwegs bist, Küstenwanderungen planst oder surfen gehst, lohnt sich eine gute Absicherung. Ich nutze die Reiseversicherung von SafetyWing, vor allem wegen der Flexibilität, der Transparenz und dem Adventure Add-ons für alle möglichen Outdoor-Aktivitäten.
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3) Was ist die beste Reisezeit für eine Reise durch Portugal mit dem Wohnmobil?
2 Nächte in Fes
3,5 Stunden Fahrt von Chefchaouen, 200 km
Wenn du Portugal mit dem Van erkunden willst, würde ich dir unbedingt die Nebensaison ans Herz legen. Frühling (März-April) und Herbst (September-November) sind super, wenn du gutes Wetter genießen, aber die Massen meiden willst. Mein Favorit ist jedoch der Winter (Dezember-Februar). Zu dieser Zeit ist es ruhig, die Strände fast leer und du kannst Portugal ganz entspannt entdecken, perfekt für Van-Neulinge oder alle, die die Küste in Ruhe erleben wollen.
Im Februar waren die Temperaturen tagsüber angenehm, ich konnte draußen in der Sonne sitzen und sogar ins Meer springen, und nachts war es im Van teilweise schon ohne Heizung gut auszuhalten. Vor allem Surfer und Europäer, die den Winter in Portugal verbringen, sind unterwegs, trotzdem war es leer genug, um die Reise richtig zu genießen.
Die Hauptsaison (Juni–August) kann dagegen ziemlich stressig sein: Camper stehen dicht an dicht, freie Plätze an Aussichtspunkten oder Stränden sind rar, und selbst eine kurze Pause zum Sonnenuntergang kann frustrierend werden. Außerdem steigt das Risiko für Strafen, wenn du doch mal „wild“ stehen möchtest. Die Ordnungshüter sind da nicht zimperlich, und viele Einheimische sind von den vielen Vans an beliebten Spots genervt.
4) Wo darfst du in Portugal mit dem Wohnmobil übernachten?
Vanlife ist für mich diese romantische Vorstellung: Abends mit einem Gläschen Wein vor dem Van sitzen, den Sonnenuntergang über der Küste beobachten und direkt mit dem Klang der Wellen des Atlantiks einschlummern. Klingt nach purer Freiheit, oder? Leider ist es nicht ganz so einfach in Portugal. Wildcampen ist offiziell verboten. Wer erwischt wird, kann bis zu 250 € Strafe zahlen, und die Einheimischen sind von den vielen Campervans inzwischen echt genervt. Seit 2021 darf man grundsätzlich maximal 48 Stunden am gleichen Ort parken, Ausnahmen gibt es aber viele: Naturschutzgebiete, ausgewiesene Küstenzonen (POOC) oder Gemeinden mit eigenen Campervan sind tabu.
Aber das heißt nicht, dass du komplett auf Freiheit verzichten muss. Tagsüber kannst du problemlos direkt am Meer anhalten, eine Tasse Kaffee trinken oder die Aussicht genießen. Zum Übernachten gibt es dann drei Möglichkeiten:
- Campingplätze: An der Algarve gibt es viele klassische Campingplätze am Strand, in der Nähe von Naturschutzgebieten oder kleinen Städten. In der Nebensaison ist es entspannt, auch wenn viele Rentner ihren Winter in Portugal verbringen und einige Campingplätze daher dennoch gut besucht sind. Auf Pitchup bekommst du einen guten Überblick über die Plätze.
- Private, legale „Wilde Campingplätze“: Wer ein bisschen Abgeschiedenheit sucht, aber legal stehen möchte, findet bei Anbietern wie den roadsurfer spots Plätze auf privaten Grundstücken. Nicht unbedingt günstiger als normale Campingplätze, dafür eine schöne Lage und ein bisschen Wildcamping-Feeling. Ich habe dort problemlos last-minute gebucht.
Eine andere tolle Alternative ist Portugal Easy Camp: Du übernachtest auf den Grundstücken von Landwirten oder Weinbauern und kaufst im Gegenzug ein lokales Produkt. Das finde ich eine richtig schöne Idee, um die Region zu unterstützen.
- Freistehen auf eigenes Risiko: Ich habe unterwegs die App Park4Night genutzt. Dort teilen andere Van-Reisende ihre Erfahrungen zu Übernachtungen an öffentlichen Stellplätzen, Parkplätzen oder Orten mit Meerblick. Das Ganze ist natürlich mit einem gewissen Risiko verbunden: Ge- und Verbotsschilder immer beachten, offensichtliche Campingverbote meiden und sich im Zweifel lieber für einen offiziellen Stellplatz entscheiden.
- Witzigerweise sprechen viele Gastgeber der roadsurfer-spots oder Campingplätze Deutsch. Das kann für einige ein Pluspunkt sein, für andere vielleicht nicht, aber so bist du vorgewarnt 😉
- Besonders bei freien Stellplätzen gilt: Kein offenes Feuer, Müll ordentlich entsorgen, Naturschutzgebiete meiden, laute Musik vermeiden und respektvoll gegenüber Nachbarn sein. Je sauberer und respektvoller man unterwegs ist, desto eher wird ein Stellplatz auch weiterhin geduldet.
Meine Lieblingsspots an der Algarve zur Inspiration oder zum Nachreisen:
Quinta do Sol Poente (Nahe Lagoa)
Super herzlicher Gastgeber und eine richtig persönliche Atmosphäre. Es gibt keinen Self-Check-in, daher unbedingt vorher anrufen oder per WhatsApp schreiben, damit jemand vor Ort ist.
Aguas Vivas Camping (Nahe Sao Teotonio)
Sehr netter, ruhiger Campingplatz, der von Deutschen geführt wird. Man merkt schnell, dass viele Gäste Stammgäste sind und immer wieder zurückkommen.
Camping Cass Savana
Wenn du nachts ankommst, wirkt der Platz etwas unheimlich. Im Tageslicht zeigt sich aber, wie schön und gemütlich es dort eigentlich ist. Sehr gute Duschen und super nette Gastgeber, die Deutsch, Englisch und Portugiesisch sprechen.
Parque Orbitur Sagres (Nahe Sagres und dem Cabo de Sao Vicente)
Ein richtig toller Campingplatz mit sehr sauberen Sanitäranlagen. Die Lage im Pinienwald ist wunderschön und es gibt ein kleines Café und kleine Cabins, falls du mal eine Nacht nicht im Van schlafen möchtest.
Algarve Motorhome park (Direkt am Paia da Falésia)
Hier überwintern viele Dauercamper, die Lage ist aber einfach unschlagbar: direkt an einem meiner absoluten Lieblingsstrände der Algarve. Wenn du einen Stellplatz weiter hinten bekommst, umso besser, aber egal wo, du kannst den Strand direkt vom Platz aus erreichen. Die Sanitäranlagen sind sehr sauber, bring aber unbedingt Kleingeld mit: Duschen und Toiletten funktionieren nur mit 50-Cent- bzw. 1-Euro-Münzen. Der gleiche Anbieter vermietet außerdem noch Plätze in Silves und Tavira, die ich persönlich aber nicht getestet habe.
5) Welche Route für deine Reise durch Portugal mit dem Wohnmobil?
Eine feste Route ist bei einem Vantrip in Portugal eigentlich überflüssig. Genau das macht diese Art des Reisens ja so spannend! Einfach morgens aufwachen, schauen, wo es dir gefällt, und losfahren. Trotzdem lohnt es sich, ein grobes Gerüst im Kopf zu haben und dich für eine Region zu entscheiden. Sonst jagst du schnell einem Highlight nach dem nächsten hinterher und verpasst die entspannte Seite des Vanlifes.
Ich habe mich für die Algarve im Süden und Südwesten Portugals entschieden. Dieser Küstenabschnitt stand schon lange auf meiner Wunschliste und hat mir für sieben Tage genau die richtige Mischung aus Natur, Stränden, Wanderungen und charmanten Küstenorten geboten.
- Meine 7-Tage-Route durch die Algarve kannst du hier nachlesen und direkt für deine Planung nutzen.
Plane die Route flexibel und lass immer genug Puffer für spontane Stopps. Die Küste der Algarve lädt ständig dazu ein, einfach irgendwo anzuhalten und die Füße ins Meer zu halten. In der Hauptsaison lohnt es sich aber Campingplätze oder private Stellplätze im Voraus zu reservieren, sonst kann es schnell stressig werden. Für mich ist das noch ein Pluspunkt für die Nebensaison: entspannter, leerer, trotzdem Sonne und Meer und keine Reservierung vorab notwendig.
Die Navigation in Portugal klappt übrigens problemlos über Google Maps, aber ich würde die Karten vorher offline herunterladen. Falls du mal kein Netz hast, bist du so auf der sicheren Seite.
6) Wie ist der Straßenverkehr in Portugal mit einem Wohnmobil?
Fahren mit dem Van in Portugal war für mich grundsätzlich entspannt, aber es gibt ein paar Dinge, die du unbedingt wissen solltest
Verkehrsregeln & Tempolimits:
Portugal nutzt das klassische europäische System. Du fährst auf der rechten Seite, überholst links und die Schilder sind in km/h. Für Wohnmobile gelten klare Tempolimits (sofern nichts anders ausgeschildert ist):
- Innerorts: ca. 50 km/h
- Außerorts: ca. 90–100 km/h
- Autobahnen / Schnellstraßen: ca. 100–120 km/h (abhängig vom Fahrzeuggewicht und Straßentyp)
Mautstraßen (Toll Roads):
Ein Thema, das mich vor der Reise etwas verunsichert hat, waren die Mautstraßen. In Portugal gibt es nämlich oft keine klassischen Mautstationen mehr, an denen du anhältst und direkt bezahlst. Stattdessen werden viele Autobahnen elektronisch erfasst: Du fährst einfach durch und merkst im Zweifel gar nicht, dass du gerade eine mautpflichtige Strecke genutzt hast.
Grundsätzlich gilt: Sobald du Autobahnen nutzt, fallen in Portugal Mautgebühren an. Die schönsten Strecken entlang der Algarve führen aber ohnehin meist über kleinere Küsten- und Landstraßen und sind oft sogar mautfrei.
Während meines Roadtrips musste ich tatsächlich nie irgendwo anhalten oder direkt Maut bezahlen. Campervans mit portugiesischem Kennzeichen sind bei roadsurfer in der Regel für die elektronischen Mautsysteme registriert. Das heißt: Die Gebühren werden automatisch erfasst und später über den Vermieter abgerechnet oder mit der hinterlegten Karte verrechnet. Deshalb lohnt es sich, bei der Abholung kurz nachzufragen, wie dein Anbieter das genau handhabt.
Alkohol: Portugals Promillegrenze liegt bei 0,5 g/l, für Fahranfänger sogar bei 0,2 g/l – also wirklich besser, ganz auf Alkohol zu verzichten, bevor du fährst.
Pflichtausrüstung im Van:
In Portugal musst du immer dabeihaben:
- Warnweste
- Warndreieck
- Erste‑Hilfe‑Set
Mein Roadsufer Van war hiermit schon ausgestattet!
Parken in Portugal mit dem Wohnmobil:
Das Parken mit dem Wohnmobil in Portugal ist unkompliziert, solange du ein paar Regeln kennst und ein bisschen vorausschauend planst. Auf normalen Parkplätzen darfst du dein Fahrzeug in der Regel abstellen, solange es innerhalb die Markierungen passt und kein explizites Verbot für Wohnmobile besteht. Viele Orte haben aber eigene Beschränkungen, vor allem an beliebten Küstenabschnitten und Aussichtspunkten. Verbotsschilder solltest du wirklich ernst nehmen, Kontrollen gibt es, gerade an der Algarve.
In der Nebensaison musste ich tatsächlich kein einziges Mal fürs Parken zahlen, und dadurch, dass deutlich weniger Vans unterwegs waren, war es insgesamt viel entspannter, einen passenden Platz zu finden. In der Hauptsaison stelle ich mir das deutlich schwieriger vor, da viele Spots schnell überfüllt sind.
Wichtig zu wissen: Parken und Übernachten sind rechtlich zwei unterschiedliche Dinge. Tagsüber irgendwo zu parken, um an den Strand zu gehen oder einen Kaffee zu trinken, ist meist völlig okay. Sobald du aber Stühle rausstellst, die Markise ausfährst oder über Nacht bleibst, gilt das als Campen und das ist außerhalb offizieller Plätze meist nicht erlaubt.
Mit einem Van in Städte hineinzufahren kann außerdem schnell stressig werden. Enge Gassen, wenig Parkplätze und Höhenbegrenzungen in Parkhäusern machen es kompliziert. Deshalb habe ich größere Städte wie Faro, Lissabon oder Porto bewusst gemieden. Wenn du sie besuchen möchtest, parke lieber außerhalb und geh zu Fuß, nimm den Bus oder bestell dir ein Uber.
Meine Tipps aus der Praxis:
• Nutze große Supermarktparkplätze für kurze Stopps (die sind meist entspannt)
• Schau dir vorab die Bewertungen auf Google Maps an, wie die Parkplatzsituation aussieht
• Meide Altstädte mit engen Straßen
• Fahre beliebte Spots früh morgens oder am späten Nachmittag an
7) Praktisches für deinen Vantrip durch Portugal
Damit dein Roadtrip entspannt bleibt, lohnt es sich, ein paar praktische Dinge im Hinterkopf zu behalten. Vieles klingt banal, macht unterwegs aber einen riesigen Unterschied:
Einkauf & Verpflegung:
Für den ersten Großeinkauf nach der Ankunft eignen sich Supermärkte wie Lidl, Aldi oder Intermarché. Dort bekommst du alles, was du für ein paar Tage im Van brauchst, von frischem Obst und Gemüse bis zu Snacks für unterwegs. Wenn du etwas aufs Budget achten möchtest, würde ich die Apolónia-Supermärkte an der Algarve eher meiden. Die Auswahl ist zwar richtig gut, aber auch entsprechend teuer. Ich hab dort einmal „kurz“ eine Handvoll Lebensmittel eingekauft und war plötzlich 50 € für ein paar Basics los. Im Campervan hast du außerdem keinen Ofen, sondern meist nur einen Gasherd und wenig Stauraum. Plane also lieber einfache Gerichte, die schnell gehen und wenig Abwasch machen.
Wasser, Strom & Laden von Geräten:
Frischwasser kannst du auf Campingplätzen oder an speziellen Servicestationen auffüllen. Park4Night hilft dir hier wieder geeignete Spots zu finden! Strom bekommst du über Landstrom-Anschlüsse auf Stellplätzen. Wenn du öfter freistehst, lohnt sich eine Powerbank oder ein Wechselrichter, um Kamera, Drohne & Co. zu laden. Eine Mehrfachsteckdose fand ich ebenfalls sehr praktisch im Van.
Grauwasser, Toilette & Entsorgung:
Am Anfang war ich etwas überfordert mit den ganzen „Van-Themen“ wie Grauwasser oder Chemietoilette, aber es ist wirklich halb so wild.
Grauwasser ist einfach das Abwasser aus Spüle und Dusche. Das darfst du nicht irgendwo ablassen, sondern nur an offiziellen Entsorgungsstationen auf Campingplätzen oder ausgewiesenen Stellplätzen.
Die Toilette funktioniert über eine Kassette, die regelmäßig an dafür vorgesehenen Entsorgungsstationen geleert werden muss. Dort kannst du die Kassette anschließend mit einem separaten Schlauch ausspülen. Wichtig: Dieser Schlauch ist wirklich nur für die Reinigung der Toilettenkassette gedacht und nicht zum Auffüllen von Frischwasser, das passiert immer an einer anderen Station. Klingt erstmal unangenehm und ist definitiv nicht meine Lieblingsbeschäftigung, wird aber schnell zur Routine.
In der Regel stellen Vananbieter wie roadsurfer auch die passenden Chemikalien für die Toilette bereit, von denen du nach dem Entleeren etwas in den Tank gibst. So bleibt alles hygienisch und geruchsarm.
Offline-Navigation:
Auch wenn ich an der Algarve meist gutes Netz hatte, lohnt es sich trotzdem, Karten in Google Maps vorab offline herunterzuladen. Gerade bei abgelegenen Stränden oder kleinen Küstenstraßen kann der Empfang plötzlich weg sein und dann bist du froh, vorbereitet zu sein. Klär am besten vorab, ob dein Camper Apple CarPlay oder Android Auto hat und nimm ein passendes Ladekabel mit. Das macht die Navigation entspannter.
Kleinigkeiten, die den Unterschied machen:
Zwei Handtücher pro Person (eins zum Duschen, eins für den Strand) und ein bis zwei Geschirrtücher sind definitiv sinnvoll. Ohrstöpsel (Wind & Wellen sind nachts lauter als man denkt) und je nach Jahreszeit eine zusätzliche Decke können ebenfalls Gold wert sein. Flip-Flops für Campingduschen, ein kleiner Spülschwamm, Müllbeutel und ein Putzlappen sparen dir außerdem ein paar Einkäufe vor Ort.
Extra-Tipp zum Start:
Schau dich bei der Abholstation ruhig einmal um: Meist lassen andere Camper Basics wie Spülmittel, Salz & Pfeffer, Müllbeutel oder Toilettenpapier dort zurück. Du darfst dich meistens kostenlos bedienen, so startest du nachhaltiger und direkt entspannter in deinen Roadtrip.
8) Wie teuer ist eine Reise durch Portugal mit dem Wohnmobil?
Natürlich hängen die Kosten stark davon ab, wie du reist, wie oft du essen gehst, welche Extras du beim Van wählst oder wie viele Kilometer du fährst. Damit du aber eine grobe Orientierung hast, hier meine Übersicht für 7 Tage an der Algarve für 2 Personen:
- Flüge von London nach Faro und zurück (Last Minute, Ferienzeit UK): 250 € pro Person
- Wohnmobil Road House inkl. Extras: 1050 €
- Enthalten: Küchenbox, 2x Bettwäsche, Campingkocher, Vollkasko (Maximum Protection)
- Deposit: 800 € (wird bei Abgabe erstattet)
- Essen im Supermarkt: 130 € für 2 Personen
- Essen gehen: 180 € für 2 Personen
- Aktivitäten: 35 € (z.b. Quad-Bike-Tour, Bootstour etc.) pro Person
- Campingplatzgebühren: 120 € für 2 Personen
- Uber vom Flughafen zur Abholstation: 20 € für 2 Personen
- Diesel: 100 € für die gesamte Zeit
Gesamtkosten: 2.170 € für 2 Personen, bzw 1.085 Euro pro Person
Alles in allem lässt sich das Budget stark anpassen: wer öfter selbst kocht oder günstiger übernachtet, kommt deutlich günstiger weg. Ich hatte unterwegs ein kleines Problem mit unserem Grauwassertank und konnte diesen nicht wie gewohnt entleeren. roadsurfer war hier super hilfsbereit, aber es hat auch bedeutet, dass ich beim Wasserverbrauch sehr stark haushalten musste. Das ist natürlich ein Punkt, der mein Budget beeinflusst hat und ich habe nur ein oder zweimal im Van gekocht.
Und das war’s auch schon mit meinen 8 wichtigsten Tipps für deine Portugal-Reise mit dem Wohnmobil! Ich hoffe, meine Erfahrungen und Tipps helfen dir, deinen eigenen Roadtrip durch Portugal zu planen. Ob du nun die Algarve erkundest, kleine Küstenorte entdeckst oder einfach nur den Sonnenuntergang direkt vor deinem Van genießt.
Wenn du noch Fragen hast oder spontan ein paar Tipps brauchst, melde dich gern bei mir auf Instagram!